Matthäus 25 1-13
Öl ist ein Sinnbild für den heiligen Geist
Nicht von Jungfrauen oder Mädchen ist im o.g. Evangelium die Rede, sondern vom Kommen des Menschensohnes und von der Wachsamkeit. Im Gleichnis von den zehn Jungfrauen schlafen alle ein und für alle kommt der Herr plötzlich und unerwartet.
Während die fünf unwachsamen Jungfrauen mit leeren Lampen und leeren Händen dastehen, haben die fünf wachsamen Jungfrauen ihre Lampen voll Öl. Die Zahl Fünf bedeutet menschliche Verantwortlichkeit. Durch die Verwendung dieser Zahlen will Jesus andeuten, dass die Nachfolge Christus der menschlichen Verantwortlichkeit anvertraut worden ist. Er benutzt in dieser Geschichte zweimal die Fünf. In dem Bereich des christlichen Zeugnisses auf der Erde herrschen gemischte Grundsätze, wachsame und unwachsame Menschen leben nebeneinander.
Das Öl steht für die Gnade Gottes. Gnade kann nur Gott verschenken.
Wir können in diesem Leben Essen teilen oder Kleidung verschenken und unserem Mitmenschen unser Mitgefühl ausdrücken. Wir können von den Gaben des Heiligen Geistes, die wir erfahren haben, weiter erzählen, so wie die wachsamen Jungfrauen. Sie haben das Evangelium gehört und verstanden, sie haben danach gelebt, ihr Herz ist wach.
Der Heilige Geist lässt sich nicht kaufen. Kaufen kann ich nur äußerlich, innerlich lasse ich mich von Gott beschenken. Deshalb können die fünf wachsenen Brautjungfern den anderen Brautjungfern auch kein Öl geben. Kein gläubiger Mensch kann aus sich heraus den Heiligen Geist weitergeben. Er kann nur bei Gott für den anderen darum bitten.
Menschen, die im Licht stehen, leuchten und können versuchen, Gott suchende Menschen zu Gott bringen. Gott braucht lichterfüllte Menschen um den Menschen, die noch nicht im SEIN sind, ein Vorbild von göttlichen Dingen zu sein.
Das Öl ist das charakteristische Merkmal. Wer es in sich trägt, trägt den den Heiligen Geist in sich. Diese Salbung bleibt in ihnen (1. Joh 2,27). Sie stehen dadurch in einer unauflöslichen Lebensverbindung mit Jesus Christus. Öl bedeutet geistige Vorbereitung. „Von dieser geistige Vorbereitung kann man, wie gesagt, nichts abgeben“. Ein jeder ist selbst verantwortlich sich selbst geistig vor zu bereiten. Klug zu sein bedeutet somit, auf Unvorhergesehenes vorbereitet zu sein.
In der Bibel lesen wir in den Sprüchen 4,18-19 „Das Leben der Menschen, die auf Gott hören, gleicht dem Sonnenaufgang: Es wird heller und heller, bis es völlig Tag geworden ist. Das Leben derer jedoch, die Gott missachten, ist wie die finstere Nacht: Sie kommen zu Fall und wissen nicht, wo rüber sie gestolpert sind.“
Menschen, die sich nur sporadisch oder nicht auf Gott ausrichten, die planlos im Leben unter-wegs sind, erspüren das Leben nicht als Gottesgeschenk, sie erspüren keine Gottesgeistkraft und wissen nicht, was die Gnade Gottes bedeutet. Es nützt also den unwachsamen Jungfrauen nichts, mit leeren Herzen Kyrie („Herr, Herr“) zu rufen. Im Dunkeln lässt sich Gott nicht erkennen.
Viele Menschen in der Christenheit begnügen sich mit einer äußeren christlichen Form! Sie kümmern sich nicht darum, in den Besitz von "Öl" zu kommen. Die Torheit ist sichtbar: Sie wenden sich an die falsche Adresse. Sie bemühen sich in ihrer Not das ersehnte Öl bei den Menschen zu bekommen, sie gehen zum falschen Platz. Sie besitzen kein göttliches Leben, besitzen nicht den Heiligen Geist, der als Kraft in diesem Leben wirkt. Das allein würde sie befähigen, für Christus und Sein Kommen im jetzt bereit zu sein.
Gott schenkt allen Menschen die Gabe dieser Erkenntnis. Wenn wir unser Leben auf Gott ausrichten, tragen wir den Heilige Geist in uns, wir leuchten von innen heraus und er kann durch uns in der Welt wirken. Dann leben wir in der Gnade Gottes. Dann lebt dieser Mensch im Licht (in der Liebe zu Jesus), trägt Öl mit sich und ist jetzt schon in seinem Festsaal. Alle Menschen haben die gleichen Chancen. Doch wer Gott nicht mit sich trägt, der kann ihn auch nicht in sich tragen.
Wachen bedeutet jetzt im Glauben leben und nicht geistlich tot sein. Die geistlichen Christen sind Geliebte, „in Bewegung - in der Begegnung", weg von dem Alten und hin zu Ihm dem Kommenden und das geschieht im JETZT nicht erst in ferner Zukunft. Jesus (der Bräutigam) bewegt sich jeden Tag neu auf uns zu. In der Bewegung von Christus auf uns zu und von uns Menschen auf ihn zu liegt die Begegnung, die Gnade, das Kennenlernen. Nur wer den anderen kennt, "erkennt" Christus. Deshalb sagt auch Gott an der Festtüre, "ich (er)kenne Dich nicht" "Erkennen" bedeutet tiefste Intimität, da wirkt Gottes Geistkraft.
"Deshalb seid wachsam, denn ihr kennt weder den Tag noch die Stunde meiner Wiederkehr"
Mt 25.13
Matthäus beschreibt die frohe Botschaft gerne im Schwarz-Weis Stil. Heute wissen wir, dass das Ende der Welt (schwarz) bzw. der Gott erkennende Mensch (weis) nicht in ferner Zukunft liegt, sondern im JETZT. Um im Bild des Evangeliums zu bleiben, auch seit dem Hörbarwerden des Mitternachtsrufes ist noch Zeit genug für jeden einzelnen Menschen, von dem verpeilten Weg umzukehren, denn die Ankunft Christi, die Gnadenzeit ist JETZT.
teilweise entnommen aus: ...bibelkommentare.de/kommentare
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