Kennen Sie das?
Als Erwachsener beschließt man, zu Weihnachten sich gegenseitig nicht zu beschenken. Der erwachsene Anteil in uns schaut ganz vernünftig auf diese Vereinbarung unter Erwachsenen.
Das Kind in uns wünscht sich aber nichts mehr, als das Geschenk der tiefen Sehnsucht in uns...
Erwachsen zu sein bedeutet nicht nur, für andere zu sorgen. Es bedeutet auch, selbst für mich sorgen zu können und mich selbst beschenken können,
… indem ich aussteige aus dem unwahrhaftigen Trott „dass macht man halt so“
... indem ich nicht warte, bis andere meine Bedürfnisse sehen.
... indem ich nicht warte, bis es die Umstände erlauben.
... indem ich nicht warte, bis jemand sich um mein inneres Kind
kümmert.
Wir selbst schenken uns das größte Geschenk, indem wir unseren Mitmenschen
Als ich die o.g. Worte, sinngemäß von Jan Frerichs verfasst, las, verstand ich, warum mir als Kind das wahrhafte "Beschenkt werden" zu Weihnachten fehlte und mir die Tradition "Weihnachten in der Familie feiern" fremd wurde bzw. unwahrhaftig vorkam.
Gedankenanregung von Jan Frerichs von der franziskanischen Lebensschule
Beim Namen gerufen zu werden, bedeutet: gesehen zu werden.
Hierzu passt die Bibelstelle Mk 10, 17-22
„Als sich Jesus wieder auf den Weg machte, lief ein Mann auf ihn zu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben? Jesus antwortete: Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut außer der eine Gott. Du kennst doch die Gebote: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen, du sollst keinen Raub begehen; ehre deinen Vater und deine Mutter! Er erwiderte ihm: Meister, alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt. Da sah ihn Jesus an, gewann ihn lieb und sagte: Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast, gib es den Armen und du wirst einen Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach! Der Mann aber war betrübt, als er das hörte, und ging traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen“ (Mk 10,17–22).
Jesus blickt den reichen Mann an und gewann ihn lieb, so heißt es im Evangelum nach Markus, noch bevor er ihn bittet im zu folgen.
Das, was Jesus diesem Mann vorschlägt, ist eine neue Art zu leben und sich mit Gott zu verbinden. Denn Jesus erkennt, dass im Inneren dieses Menschen – wie in uns allen – etwas fehlt. Es ist das Verlangen, geliebt zu werden. Es ist eine Wunde, die zum Menschsein gehört – eine Wunde, durch die die Liebe eintreten kann.
Um diese Leere zu füllen, genügt es nicht, Anerkennung, Zuneigung oder Ansehen zu „kaufen“. Vielmehr müssen wir „verkaufen“, was uns beschwert, damit unser Herz freier wird. Es hilft nicht, immer nur zu nehmen – sondern: zu geben, mit den Armen zu teilen, sich zur Verfügung zu stellen.
Am Ende lädt Jesus diesen Menschen ein, nicht allein zu bleiben. Er ruft ihn, ihm zu folgen, in Beziehung zu treten, in einer Verbindung zu leben. Nur so kann man aus der Anonymität heraustreten. Unser Name wird nur innerhalb einer Beziehung hörbar – wenn jemand uns beim Namen ruft. Bleiben wir allein, wird niemand unseren Namen aussprechen, und wir bleiben „ein Mann“, ein „Irgendeiner“, namenlos.
Vielleicht erleben wir uns heute, in einer Kultur der Selbstgenügsamkeit und des Individualismus, gerade deshalb oft unglücklich – weil niemand mehr unseren Namen ausspricht, einfach aus Liebe.
aus: www.kath.de
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