wer singt, der betet doppelt



Wer in die Bibel schaut, dem fällt auf, dass sie voll ist von Musik und Gesang. Ganze Bücher sind in Form von Liedern geschrieben, so das Buch der Psalmen oder das Hohelied Salomos. Da gibt es Klagelieder, Danklieder, Lieder voll Freude und Jubel, Liebeslieder, Lieder allen Schattierungen und für alle Situationen. In den meisten Fällen sind es Lieder, die vom Menschen an Gott gerichtet werden.

 

„Mit Musik geht alles besser“, weiß der Volksmund. Musik und Gesang rühren tiefere Schichten des menschlichen Wesens an, als andere Ausdrucksformen das ermöglichen. Musik hilft dabei, Dinge auszudrücken oder zu verstehen, die zu groß sind, als dass sie in Worten ausgesagt werden könnten, dies gilt besonders für das Danke sagen.

 

Ist es dann ein Wunder, dass sich gerade die Menschen der Bibel immer wieder dieser Ausdrucksform bedienen? Denn was Christen in der Bibel lesen, lässt sich mit dem Kopf oft gar nicht so einfach nachvollziehen. Da ist z.B. die Verkündigung des Engels an Maria, die den Gottes Sohn empfing. Bis dieses Ereignis im Herzen der  Menschen wirklich ankommt, braucht es viel mehr als eine bloße Information. 

„Das Wort Christi wohne mit seinem ganzen Reichtum bei euch“, heißt es im Kolosserbrief. „Singt Gott in eurem Herzen Psalmen, Hymnen und Lieder, wie sie der Geist eingibt“ (Kol 3,16). Maria singt dem Herrn nach ihrer Zusage das Magnificat, welches heute in so vielen wunderschönen Melodien gesungen wird. Die Zusage, dass Gott Mensch wird, durch das „Ja“ Maria soll nicht als trockene Information beim Menschen ankommen, sondern es soll bei ihm „wohnen“.

 

In allem, was ich tue oder erlebe, darf die Gewissheit mitschwingen: Ich bin nicht alleine in meinem Leben. Wenn der Mensch gleichzeitig von etwas überwältigt und verwirrt ist, etwa von der Liebe, dann singt er. Genauso tun es die biblischen Menschen mit ihrem Glauben an ihren liebenden und befreienden Gott. Heute können u.a. die zahlreichen positiven, aufbauenden und tiefgehenden Dank-, Lob- und Mantralieder helfen. Wenn ich sie hier und da im Herzen vor mich hinsumme, bin ich dem Geheimnis vielleicht näher, als wenn ich es mir logisch zu erschließen suche.

 

„Dem Herrn will ich singen, solange ich lebe“, singt der Psalmist (Ps 104,33). „Wer singt, betet doppelt“, weiß der Kirchenlehrer Augustinus. Singen kann jeder, es gibt kein falsch nur Variationen.

 

Wenn ich nicht weiß, wie ich beten, Dinge des Glaubens verstehen oder Gott danken soll, kann es genügen zu singen, so einfach kann Beten sein... Und wer weiß, vielleicht komme ich damit eines Tages tatsächlich dem Geheimnis Gottes näher und kann mit dem Sänger von Psalm 40 singen: „Er legte mir ein neues Lied in den Mund, einen Lobgesang auf ihn, unsern Gott“ (Ps 40,4)



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