Dein persönliches Tagebuch


Was Du hinein schreibst, liegt an Dir, es kann Dir eine positive Stütze in schweren Zeiten sein.


Das Tagebuch in schweren Zeiten

Therapeuten bitten im Rahmen einer Therapie den Patienten Tagebuch zu schreiben, um das, was dem Patienten beschäftigt, los lassen zu können.

In meinem Glaubenskurs bat mich der Glaubenskursleiter einen „Brief an Gott“ zu schreiben, in dem ich Gott alles mitteile, was mich belastet. Dieser Brief wurde anschließend verbrannt. Sich auf dieses Ritual ein zu lassen, bedeutet alle meine negativen Gedanken Goot abzugeben, sie sind bei Gott gelöscht, damit ich Raum finde das Positive in mir zu manifestieren. Ich lerne dadurch Gott zu danken für alles, was sich durch ihn sich in mir verwandelt.

In der TAZ fand ich einen interessanten Artikel:

Es gibt Zeiten, da fühlt sich vieles dunkel an, in diesem Jahr besonders. Menschen haben Angehörige, …Existenzen und vieles mehr verloren und erleben dadurch eine Dunkelheit, die sich so dicht und schwer anfühlen muss, dass sie ihnen unendlich erscheint. Menschen verlieren Strukturen, die ihnen bisher Halt gegeben haben. Wenn so viel verloren wurde, was bleibt?

„Ich führe seit einem Jahr ein besonderes Tagebuch. Ich schreibe alles hinein, was mich an diesem Tag beschäftigt hat, was ich erlebt, gesehen, gefühlt habe. Meine Einträge erfüllen eine Bedingung: Sie müssen positiv sein. Das heißt nicht, dass ich nur die guten Dinge aufschreibe und die schlechten weglasse; ich erkläre mir, Abend für Abend, was Gutes aus dem folgt, was ich als schlecht erlebt habe. Und ich halte jede positive Erfahrung fest, so klein sie auch sein mag.

Anfang des Jahres erholte ich mich langsam von langer, schwerer Krankheit; ich notierte in meinem Tagebuch nicht, dass ich noch immer nicht so leicht joggen konnte wie früher, sondern wie glücklich ich war, jeden Tag ein bisschen länger joggen zu können. Ich schrieb jenen Moment auf, in dem ich mich wieder im Spiegel anschaute, ohne Angst und Krankheit zu sehen, sondern ein Lächeln. Ich schrieb zu jedem Spaziergang, zu jedem Gespräch mit Freund*innen und Familie ein paar Worte auf.

… Ich tue das, weil ich mich schon länger mit dem Gehirn beschäftige und weiß, dass das Gehirn einer Art Wahrnehmungsstörung unterliegt: dem Negativitätseffekt.

Das Gehirn hält an allem fest, das schlecht ist, das Angst macht. Aber es vergisst jene Dinge, die gut sind. Es wirkt auf Negatives wie Klett, auf Positives wie Teflon. Wir wissen noch Jahre später, was uns jemand Böses angetan hat, oft in erstaunlichem Detail, aber die zahlreicheren guten Momente, die wir mit dieser Person hatten, vergilben wie Fotos im Fotoalbum. Wir erinnern uns an das, was wir verloren haben, nicht an das, was bleibt.

Nein, Menschen, die Angehörige verloren haben, Existenzen und so vieles andere, kommen mit einem Tagebuch der guten Dinge nicht einfach aus dem Dunkel hinaus. Das Leid, das sie erleben, ist schwer und fest, es hebt sich nicht leicht. Sie brauchen Hilfe, sie brauchen Zeit, Zuneigung und Zuwendung. Dennoch sollten wir nicht vergessen: Wir haben dem Schlechten immer etwas entgegenzusetzen, so klein es auch ist. Wir haben …oft keine Kontrolle darüber, ob wir fallen. Aber wir entscheiden, wie (und wo) wir landen. Wir entscheiden, was bleibt.

Wir entscheiden, ob wir ins bodenlose fallen und dort nicht landen können oder ob wir in die Hände Gottes fallen.

Eins ist gewiss, er liebt uns und lässt uns nie ins
bodenlose fallen. In der Gewissheit des Glaubens können wir nicht tiefer fallen als in Seine Hände. Er ist immer an unserer Seite.


Eigene Worte gemischt mit der Quelle: …taz.de/Negativitaetseffekt-des-Gehirns/!5735143/